Um 3.30 Uhr war die Nacht zu Ende. Es ist irgendwie immer das Gleiche. Die Mischung aus Tatendrang und Nervosität lässt einen nicht schlafen. So geht es mir jedenfalls. Den anderen drei auch, wie ich herausgefunden habe, als ich mal durch unsere Wohnung gestapft bin. Rumsitzen wollten wir nicht. Das bedeutet: Fertig machen und raus. Bei nur einem Bad und vier Personen dauert das schon so seine Zeit. Zuerst stand frühstücken auf dem Plan. Zuerst steuerte ich Katz’s Deli an. 20 Meter davor fiel mir aber ein: Geöffnet ab 8 Uhr. Nicht weiter schlimm. Wir machten einen kleinen Schlenker auf der 1st Avenue Richtung Norden und fanden dort recht zügig einen Deli. Ruckzuck wurden wir das German Tourist enttarnt. Und das, obwohl keiner Sandalen und Socken trug :) Ein Creamcheese Bagel und ein Peach Snapples war perfekt und kam genau zum richtigen Zeitpunkt.

Mit dem Frühstück eingedeckt ging es weiter Richtung 9/11 Memorial. Wir hatten 4 Tickets bereits vorab reserviert. Die Reservierung war aber erst für 10:30 Uhr. Wir waren etwas zu früh am WTC, so entschlossen wir uns Century 21 eine kurzen Besuch abzustatten. Ich muss gestehen, ich mag diesen Laden überhaupt nicht. Ich hab den drei Jungs erzählt was es mit dem Laden auf sich hat und hab sie selbst entscheiden lassen. Nach gut 30 Minuten war ich zum Glück wieder an der frischen Luft. Direkt gegenüber vom Century 21 gibt es einen Starbucks. Viele New York-erfahrene erahnen jetzt sicherlich wo wir uns gerade befinden.

Nach dem Starbucks hatten wir immer noch etwas Zeit. So machten wir uns auf den Weg zum Charging Bull. Man mag es kaum glauben. Wir waren dort zwischenzeitlich alleine. Allein mit zwei netten Police Officer. Zwei aus unserer Gruppe sind in Deutschland ebenfalls bei der Polizei. Die beiden hatten deutsche Polizeiabzeichen mit, die kurzerhand als Geschenk an die beiden Officer übergeben wurden. Interkontinentale Kontaktpflege. Die beiden Officer hatten richtig Spaß und man kam sogar ins Gespräch. Einer der beiden war damals bei 9/11 mit vor Ort und es war schon ziemlich interessant der Geschichte zuzuhören. Nach eine guten halben Stunde gingen wir dann weiter. Ohne ein Foto vom Bullen gemacht zu haben. Natürlich… Die beiden Officer hatten uns noch den Tipp gegeben den Polizeibeamten am Memorial doch zu sagen, dass man von der deutschen Polizei ist. Gesagt, getan. Am Memorial angekommen gingen wir direkt auf zwei Beamte zu und sprachen sie an. Ein deutsches Polizeiabzeichen wurde übergeben und als Dankeschön erhielten wir alle vier eins der New Yorker Polizei. Hat vielleicht auch nicht jeder. Der Officer schielte zur der, mittlerweile, auf eine stattliche Länge gewachsene Warteschlange und meinte: „Follow me…“. Ich muss ehrlich gestehen, ich genoss etwas die neidischen Blicke der anderen Besucher :) Innerhalb von 5 Minuten waren wir am Memorial. Wir erhielten noch eine kleine „Führung“ des Officers, bevor er sich wieder zurück an seine Arbeit machte. Die Jungs drüben sind wirklich sehr nett, auch ohne Vitamin B. Das Memorial selbst hat eine ziemlich bedrückende Atmosphäre. Wenn man sich die Tafeln mit den Namen anschaut und sich dabei noch an den 9. September zurück erinnert, dem wird schon anders. Das ist jedenfalls eine Erfahrung die man mal gemacht haben sollte.

Nach dem 9/11 Memorial ging es weiter zum Battery Park. Wir waren grad in der Nähe und unser „Plan“ war ja auch nicht so detailliert ausformuliert. Das Gute daran ist, man hat eine Vorstellung davon, was man sehen möchte bzw. was in der Nähe ist, aber man hat keinen Stress irgendetwas davon nicht zu schaffen. Auf dem Weg zum Park sind wir noch an dem MiB Headquarter vorbeigekommen. Jedenfalls an dem Gebäue welches für die Dreharbeiten herhalten musste. Keine zwei Minuten weiter war auch schon der Battery Park. Hier haben wir uns eine Weile ausgeruht und einfach mal den Blick schweifen lassen.

Irgendwer wollte dann wieder zurück. Ich weiß gar nicht mehr warum und wieso. Jedenfalls machten wir aus auf den Weg nach SoHo. Wo wir schon am MiB Headquarter waren, fuhren wir dann zur Mittagszeit zu Ben’s Pizza. Die Pizzeria war auch bei MiB zu sehen. Allerdings nur von außen. Innen hat der Laden nichts mehr mit dem aus dem Film gemeinsam. Aber egal. Die Pizza dort (selbstverständlich die beste der Stadt) war wie immer richtig gut. Ist wie bei fast allem: Geschmackssache eben.

Spontan entschlossen wir uns mit der Subway weiter nach Norden zu fahren. Der Plan war sich Top of the Rock zu geben. Ich hatte zwar schon die Vermutung das daraus nix wird, aber probieren geht über studieren. Also, hingefahren, raus aus der U-Bahn und ab zu Top of the Rock. Als die Jungs die Schlange an der Kasse sahen, war es schon aus mit der Spontaneität. Spätestens als ich ihnen erzählte, dass dies erst die erste Warteschlange sein wird, bis man oben ist. So wurde Top of the Rock erst mal verschoben.

Weiter ging es auf die Fifth Avenue. Vorbei an der St. Patricks Cathedral, die zu diesem Zeitpunkt restauriert wird. Schön für das alte Bauwerk, schlecht für uns. Leider war die gesamte Kirche hinter einem riesigem Baugerüst versteckt. So zerrte ich die drei weiter zu Abercrombie & Fitch. Nur mal zum gucken. Mittlerweile war es 18:30 Uhr. Die bekannte Warteschlange vor der Tür gab es nicht und wir konnten direkt rein. So schnell wie wir drin waren, waren wir auch wieder draußen. Mittlerweile hat der Laden und das Konzept, so finde ich, seinen Reiz verloren. Schräg gegenüber ging es, natürlich, zu meiner persönlichen Kirche. Apple. :) Kurz den Glaswürfel gestreichelt und dann gingen wir rüber zu FAO Schwartz. Es war zwei Tage vor dem offiziellem Launch des iPhone 5s/5c und wir stiegen über die richigen Irren, die bereits vor dem Apple Store ihre Lager aufgeschlagen haben. Campingstuhl, Thermomatte das volle Programm.

Da es bereits dunkel wurde entschlossen wir uns den Central Park nicht mehr anzuschauen und den auf einen anderen Tag zu verlegen. Mit der Bahn ist man in New York schnell an fast allen Plätzen. Der Hunger ließ uns auf dem Rückweg noch bei den Five Guys von Five Guys Burger vorbei schauen. Ein Besuch lohnt sich auch hier immer. Von da aus ging es dann über den Times Square zurück in die Wohnung. Um circa 22:30 Uhr und nach einem Bud light ging beim mir das Licht aus. Eingeschlafen. Der Tag war scheinbar für mich zu Ende.